„Da ist halt ein Schlagloch auch kein Problem!“
Kärnten feiert den Radfrühling mit neuen Events, Millionen-Investitionen und großen Gravel-Plänen. Doch ausgerechnet bei der Radinfrastruktur zeigt sich der Tourismus erstaunlich großzügig – obwohl Schlaglöcher, Lücken und Versäumnisse längst nicht mehr zu übersehen sind.
„Das Radfahren ist längst ein zentraler Wachstumsmotor geworden“, sagt Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Klagenfurt, denn 43 Prozent unserer Gäste treten im Urlaub gemütlich oder sportlich in die Pedale – damit liegt Kärnten weit über dem Österreichschnitt.
Mit dem Wörthersee Gravel Race, das Sonntag (12. April) in Velden stattfindet, der achttägigen Genussradreise Velovista (26. April bis 3. Mai), Fuga 300 (19. bis 21. Juni), Kärnten Radmarathon (7. Juni) sowie Gravel Queens (28. bis 31. Mai) und Rosa 200 (26. und 27. Juni) setzt der Tourismus verstärkt auf Radevents und punktet damit bereits. Denn alleine das UCI Gravel Race sorgte laut Wörthersee-Regionstouristiker Peter Peschel im Vorjahr für 7500 Nächtigungen und 2,4 Millionen Euro Wertschöpfung.
Besonders stolz präsentiert Kärnten Werber Klaus Ehrenbrandter den Meridiem Trail, den neuen, sensationellen Fernradweg von Wien nach Villach und das neue Prestigeprojekt „Gravel Carinthia“ mit 1800 (!) Kilometer Radstrecken – aufgeteilt auf sieben Regionen.
Peter Peschel: „Da ist halt ein kleines Schlagloch auch kein Problem.“ Denn während Kärnten den Gravel-Trend feiert, werden die Versäumnisse des vergangenen Jahrzehnts bei der Radinfrastruktur immer spürbarer.
Das ist auch dem Tourismuslandesrat bewusst: Sechs Millionen Euro werden laut Schuschnig deshalb heuer aus dem Straßenbudget in überregionale Radwege, wie die Lieser-Schlucht oder in Generalsanierungen von Teilabschnitten des Drauradweges investiert.
Außerdem verspricht Schuschnig, dass durch die Tourismusreform mehr Mittel für Impulse in den Radtourismus in Kärnten bereitstehen werden – was auch Kärntens Radfahrer freuen wird.