Professor auf Tour: Mit Rad an die Enden der Welt!
Minus 50 Grad auf blankem Eis, Sandsturm in der Wüste – und mittendrin ein Grazer Professor auf einem Rennrad. Was treibt einen Menschen dazu, an Orte zu fahren, an die kaum jemand mehr reist?
Er fährt dorthin, wo Straßen enden und Geschichten beginnen. Der Grazer Professor Otto Petrovic ist kein gewöhnlicher Radfahrer – er ist ein Abenteurer auf zwei schmalen Reifen. Mit seinem Rennrad hat er bereits mehr als 40 Länder auf fünf Kontinenten durchquert. Jetzt erzählt er seine spektakulären Erlebnisse in einem opulenten Bildband.
Das Buch „STAUNEN – Mit dem Rennrad an die Enden der Welt“ versammelt auf 336 Seiten atemberaubende Fotografien und eindrucksvolle Geschichten aus Regionen, die viele Menschen nur aus Dokumentationen kennen. Petrovic überquerte den Himalaya und die Anden, fuhr quer durch Japan – von der Nord- bis zur Südspitze – und raste bei bis zu minus 50 Grad über den zugefrorenen Baikalsee.
Doch seine Reisen führen nicht nur zu spektakulären Landschaften. Besonders faszinieren ihn die Begegnungen mit Menschen. Ob bei Bergnomaden im kirgisischen Hochland, in Berberdörfern im Hohen Atlas oder entlang der Grenze zu Nordkorea – der Professor sucht bewusst Orte fernab der Touristenrouten.
Sein Geheimnis: möglichst wenig Gepäck. Während viele Rad-Abenteurer mit Bikepacking-Taschen unterwegs sind, setzt Petrovic auf das pure Rennrad. Minimalismus aus Überzeugung. Dadurch ist er unterwegs auf Hilfe, Essen und Unterkünfte angewiesen – und kommt so mit den Menschen vor Ort ins Gespräch.
„Die Welt ist unglaublich gastfreundlich“, lautet eine seiner wichtigsten Erkenntnisse. Und: Alles ist anders, wenn man wirklich dort ist.
Dabei begann seine sportliche Karriere ganz anders. In jungen Jahren gehörte Petrovic als Leichtathlet zur internationalen Spitze, war Europas bester Nachwuchs-Zehnkämpfer und gewann zahlreiche Titel als Speerwerfer. Damals galt für ihn ein ironischer Grundsatz: Jeder Sport, der länger als 14 Sekunden dauert, sei langweilig.
Heute verbringt er Tage und Wochen im Sattel. Der Professor für Wirtschaftsinformatik an der Universität Graz nutzt Gastprofessuren rund um den Globus, um immer neue Rennrad-Expeditionen zu starten. Zu seinen größten Herausforderungen zählt der legendäre Anstieg auf den Mauna Kea, der als einer der längsten Rennradanstiege der Welt gilt.
Neben Ausdauer und Abenteuerlust begleitet ihn auf all seinen Reisen noch eine dritte Leidenschaft: die Fotografie. Genau diese Mischung macht sein neues Buch zu einer außergewöhnlichen Reiseerzählung – voller Begegnungen, Extremerfahrungen und überraschender Einsichten.